Dienstag, 29. Juni 2010

Trojanisches Pferd bei RTL

Bei der RTL Live-Übertragung des WM-Spiels Niederlande - Kamerun in Aachen hat sich ein "trojanisches Pferd" in Form von zwei brillianten Studenten eingeschlichen, die als Kamerun-Fans getarnt ihrem (nachvollziehbaren) Unmut über das niveaulose Nachmittags-Programm des Kölner Privatsenders Luft gemacht haben.

Während Günther Jauch und Jürgen Klopp vordergründig nur die Fahne Kameruns erblickten, hat die Kamera in der Totale die eigentliche Botschaft auf der Rückseite des Plakats für die Fernsehzuschauer eingefangen:



Noch amüsanter als diese Medienschelte an sich dürften die Geschehnisse nach der Ergreifung der Täter gewesen sein, wie die sympathische Website Fernsehkritik.TV zu berichten weiß. Die beiden "schwarzen" Studenten wurden von der plumpen Security des Platzes verwiesen und haben sich später - umgezogen und abgeschminkt - wieder ohne Kenntnisse des Senders oder der Security unter das Publikum gemischt.

Ob Mitten im Leben, Verdachtsfälle, Familien im Brennpunkt oder Die Schulermittler - alleine die Bezeichnung Doku-Soap ist eine Wort-Verunglimpfung der seriösen Dokumentationen, wie sie auf anderen Sendern wie Arte, Phoenix oder einigen Dritten gezeigt werden.

Mein nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag wäre sämtliche Doku-Soaps und ähnliche Trash-Formate an einen sogenannten "Bad-Sender" (in Anlehnung an die "Bad Bank") zu transferieren um dort alle toxischen Sendungen im Nirwana verschwinden zu lassen...

Ihr Robin Hood

Freitag, 25. Juni 2010

Schönheit hat ihren Preis

In der heutigen Zeit sind Schönheits-OPs aufgrund des internationalen Medizintourismus zu einem lukrativen Markt mit hohen Gewinnspannen geworden. Meistens wird so ein Auslands-Aufenthalt in einer Privat-Klinik noch mit einem Luxus-Urlaub (die angeschwollenen Lippen wollen ja auch abklingen) verbunden und so liegt der Preis für ein Rundumsorglos-Paket durchaus mal bei 10000 oder 15000 Euro.

Da in dieser Branche wenige erfahrene Chirurgen bzw. Spezialisten am Werk und die Margen sehr hoch sind werden auch viele Scharlatane in den Markt gelockt, was die Entscheidung für "Schnäppchen-Jäger" nicht unbedingt einfacher macht so eine (immernoch) teure Behandlung im Ausland durchführen zu lassen.

Anders als bei den vormals erwähnten Elektrogeräten entstehen bei Schönheits-OPs aber keine Folgekosten die man einfach monetär beziffern könnte. Wahrscheinlich sinkt nach einer "erfolgreichen" Operation die Hemmschwelle sich zukünftig weitere zu leisten, jedoch definieren sich die "Folgekosten" bereits vor der ersten OP über das unwägbare Risiko das Gesicht oder den Körper unwiderruflich verunstalten zu lassen.

Ich denke dafür gibt es genügend prominente Beispiele, jedoch möchte ich hier ein aktuelles und m.E. sehr trauriges hervorheben:



Das Bild (aus der Bild) zeigt nicht etwa Megan Fox und eine geschminkte Angelina Jolie, sondern Megan Fox in den Jahren 2005 und 2010! Noch erstaunlicher sind eigentlich nur die Kommentare "sooo sexy" und "sei Dank", insofern das keine Ironie ist...Ich merke gerade, dass das wohl keine Ironie ist, unten im Artikel sind bereits 113 Facebook-Personen denen das gefällt!

Ich frage mich was Megan Fox mit heute 24 Jahren dazu bewegt hat ihr Gesicht mit Botox und Liftings derart "verschönern" zu lassen?

Es ist anscheinend höchste Zeit, dass die WHO eine Schönheitswahn-Epidemie ausruft...der Preis für diese Impfampulle wäre wohl unbezahlbar!

Ihr Robin Hood

PS: Es könnte natürlich auch sein, dass Robin Hood an einer Geschmacksverkalkung leidet und Megan Fox wirklich noch schöner geworden ist...ob die forschenden Pharma-Unternehmen, die manch einen Gesundheitsminister zum Rücktritt bewegen können, dagegen bereits eine Pille entwickelt haben?

Sonntag, 20. Juni 2010

Ohne Strom müßten wir bei Kerzenlicht fernsehen

Stellen Sie sich vor morgen würde eine Abwrackprämie auf alte Kühlschränke, Waschmaschinen, Spülmaschinen, Fernseher oder PC-Monitore eingeführt, wüssten Sie dann welche Geräte Sie kaufen sollten wenn Sie neben der Qualität auch Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein legen?

Manch einer würde dem daher gelaufenen Media Markt-Verkäufer im wahrsten Sinne des Wortes alles abkaufen was er gerade auf Lager hat, aber durch den kurzfristigen Abbau von Lagerbeständen in Form von Lockangeboten (gefährliche Kaufpreis-Fixierung) wird der smarte Konsument bei derartigen Elektrogeräten langfristig meist nicht glücklich werden.

Obwohl die Energiekosten eines privaten Haushalts primär durch die Heizung und Warmwasser (zusammen ~85%) erzeugt werden - ggf. schlägt auch ein Auto mit dann ~30% zu Buche -, lassen sich bei langlebigen Elektrogeräten (nur ~8%) mit bis zu 10 Jahren Lebensdauer trotzdem jede Menge Energie (Regenwald- ähm Steinkohleeinheiten) und echte "Kohle" einsparen.

Die langfristigen Folge- bzw. Betriebskosten sollten also nicht unterschätzt werden, vor allem weil oft relevante Verbrauchsunterschiede trotz gleichem Leistungsumfang existieren; daher ist der nackte Kaufpreis auch kein Kaufkriterium ohne alle wichtigen Details wie den Strom- oder Wasserverbrauch des Geräts und der Konkurrenz miteinzubeziehen.

Zum Glück muss man sich nicht selbst die Arbeit machen derartige Öko- und Gesamtkostenvergleiche anzustellen. Die Website EcoTopTen.de wurde lange Zeit von den Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert* und bietet mit klaren Produktempfehlungen in verschiedenen Alltagsbereichen eine gute Anlaufstelle für umweltbewusste Verbraucher. Auf der Seite finden Sie z.B. auch eine Übersicht von Bio- und Fairtrade-Sortimenten im Handel oder einen Vergleich der Ökostromanbieter.

Falls Sie sich ein umweltfreundliches und über die Lebensdauer gesehen günstiges Elektrogerät ausgesucht haben (Tests in Fachzeitschriften, Kundenrezensionen oder Qualitätsprädikate sollten auch eine Rolle spielen), wäre der nächste Schritt die Ermittlung der 3-5 günstigsten Online-Preise bei einer Preissuchmaschine. Nun haben Sie die Wahl entweder bei einem gut bewerteten Online-Händler zu bestellen oder mit dieser Preisspanne im Hinterkopf und dem Angebotsausdruck in der Hinterhand zu einem lokalen Elektronik- oder Fachhändler zu gehen und den Verkäufer mit konkreter Kaufabsicht (Barzahlung empfohlen) entsprechend runterzuhandeln.

Sodele, jetzt hätten Sie mit einem Zeitaufwand von wenigen Stunden erstmal wieder 10 Jahre Ruhe mit der Gewissheit Ihren Teil zum Umweltschutz beigetragen zu haben und gleichzeitig jedes Jahr bares Geld zu sparen, das sich mit der Zeit zu mehreren Candle Light Dinner und einem neuen LED TV summieren kann! ;-)

Ihr Robin Hood

*Mit diesem Hinweis wollte ich andeuten, dass hier keine Steuergelder verschwendet werden insofern der Verbraucher die bereitgestellten und durchaus wertvollen Informationen auch in seine Kaufentscheidungen miteinbezieht!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Mit wehenden Fahnen...

...untergehen, wird die angeschlagene Nationalelf bei der WM 2010 hoffentlich nicht (vor dem Viertelfinale) - auf jeden Fall stimmt der offizielle WM-Song "Wavin' Flag" von K'Naan schon mal feuchtfröhlich auf das große Event in Südafrika ein, wie auch die Chartplatzierungen (aktuell Platz 1 der Single Charts von Media Control) zeigen.

Im Radio sagte der Moderator heute, dass Waving Flag ein "typischer Fußballsong" wäre. Dass dies so wahrgenommen wird, erklärt sich wohl schlicht durch diesen Eintrag bei Wikipedia: "Im Jahr 2010 liefert K’naan mit einer veränderten Version des Liedes Wavin’ Flag vom Album Troubadour den Coca-Cola-Werbesong zur Fußball-WM."

Der amerikanische Brauseimperator hat den Song also recht erfolgreich kommerziell "verwertet", was ohne Zweifel eine Win-Win-Situation für Coca Cola und K'Naan generiert - vor allem dem charismatischen Afrikaner sei es gegönnt! Schließlich musste der heute in Kanada lebende Somalier (die berühmt-berüchtigten Piraten lassen grüßen) auch einen hohen Preis für den Erfolg zahlen, da sein Song politisch kastriert als "Celebration Mix" für ein Fußball WM-Song herhalten musste bzw. durfte.

Schaut man sich mal den Songtext des Originals an (man könnte auch sagen die "inoffizielle Version"), bleibt von einem typischen Fußballsong nichts mehr übrig und zu feiern oder jubeln gibt es auch nichts mehr - im Gegenteil, aus dem feuchfröhlichen Celebration Mix wird ein düsterer Revolution Mix!

Als Konsument finde ich den Celebration Mix auch super, aber die Original-Version hat es verdient ebenfalls angehört zu werden! Der Künstler K'Naan hat mehr zu sagen, als das offizielle Musik-Video oder die Coca Cola-Werbung suggerieren wollen.

In diesem Sinne, "mach dir Freude auf" und trink ein Bier! ;-)

Ihr Robin Hood

PS: Hier noch der Text den Coca Cola aus dem Song gemacht hat:

Sonntag, 9. Mai 2010

Magenknorren und Hühneraugen

Zu Omas Zeiten waren die Werbespots des Unternehmens Knorr (1838 gegründet und 2000 von Unilever geschluckt) noch recht...na sagen wir mal "einprägend": im gelben Mega-Regal im Supermarkt kauft man Suppen von Knorr und Saucen von Maggi oder wie war das Fazit der guten Hausfrau nochmal? *g Heute verursacht die Werbung in Form der "Knorr Salat Mayonnaise" eher Magenknorren und Hühneraugen beim aufmerksamen Konsumenten...

Im neusten TV-Sport wird das Produkt dadurch angepriesen oder von der Konkurrenz abgegrenzt (die Intention des Marketing Managers würde mich interessieren), dass nur "Eier aus Bodenhaltung" verwendet werden. Das klingt im ersten Moment audiovisuell ganz überzeugend, allerdings nur wenn man vorher Eier aus der dubiosen Käfighaltung (Klasse 3) verzehrt hat! In Wirklichkeit ist die Bodenhaltung (2) die zweitschlechteste von vier EU-Güteklassen, die bereits 2004 im europäischen Handel eingeführt wurden. Auf den vorderen Plätzen landen die Freilandhaltung (1) und die etwas teureren Bio-Eier (0), dessen Legehennen Freiland und Auslauf haben müssen. Der Erzeugercode ist auf jedem Ei aufgedruckt. Hier mal ein Bild aus einer Bodenhaltung:



Tja, es wundert mich schon warum Knorr auf das "besonders hochwertige" Eigelb bzw. die verwendeten Eier aufmerksam macht, wobei diese auch nur zu 2% Bestandteil des Produktes sind! 50% der Mayonnaise besteht dagegen aus pflanzlichem Öl - wäre es da nicht angebrachter die Art und Herkunft des Öls zu kommunizieren falls dies die Qualität zulässt?!

Falls Sie einmal Mayonnaise selber herstellen wollen (und wer möchte das nicht? *lol) oder Öl wie üblich in Salaten oder in anderer Form verwenden, sollten Sie darauf achten dass es ein gutes Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 Fettsäuren hat, z.B. als da wären Leinöl oder kaltgepresstes Raps- und Olivenöl.

In diesem Sinne, vermeiden Sie allzu häufiges Magenknorren (auch hervorgerufen durch Mononatriumglutamat/E621 und dessen Tarnbruder Hefeextrakt) und natürlich Augen auf beim Eierkauf! ;-)

Ihr Robin Hood

Freitag, 9. April 2010

Weck den (Frucht-) Tiger in Dir

Viele Menschen glauben leider alleine im stillen Kämmerlein nichts bewirken zu können, um unsere Gesellschaft und unser aller Leben positiv zu verändern oder besser zu gestalten. Doch dem ist nicht so, was vor allem am goldenen Zeitalter des Internets liegt! ;-)

Im Zuge der gesteigerten Informationsvielfalt und Transparenz ist die Zeit reif geworden bestimmte Nahrungsmittel-Hersteller nicht nur passiv zu boykottieren (das ist das Mindeste!), sondern ihnen auch aktiv mitzuteilen was an ihren Produkten "sauer aufstösst".

Daher bin ich sehr erfreut, dass es Websites wie Abgespeist.de oder Foodwatch.de gibt, die zum einen wichtige Aufklärungsarbeit betreiben und zum anderen auch erfolgreiche Mitmachaktionen initiieren!

Es lohnt sich diese Seiten einmal komplett zu durchforsten, damit Sie eine Basis von Informationen haben die Sie schon bei Ihrem nächsten Einkauf anwenden können. Abonnieren Sie dann einfach den Newsletter, halten Sie sich weiter auf dem Laufenden und machen Sie auch mal mit wenigen Klicks bei einer Aktion mit - vor allem wenn Sie schon negative Erfahrungen mit einem Produkt gemacht haben.

Am Beispiel des Getränks "Frucht-Tiger Multifrucht" von Eckes-Granini lässt sich zeigen, dass die - seriösen - Hersteller bei genügend Gegenwind der Verbraucher und Internetportale auch einlenken und die fragwürdige Rezeptur eines Produktes tatsächlich zugunsten des Konsumenten verändern:

Zutaten vor 2 Jahren: Wasser, konzentrierter Mehrfruchtsaft (Apfel 23%*, Orange 15%*, Birne 5%*, Pfirsich 3%*, Maracuja 2%*, Mango 2%*, Säuerungsmittel Citronensäure, Süßstoffe Acesulfam K und Aspartam**, Vitamin C, Niacin, Pantothensäure, Vitamin B6, Vitamin B1, Beta-Carotin, Biotin, Vitamin B12. (*Saftanteil im Getränk; **enthält eine Phenylalaninquelle)

Zutaten heute: Wasser, konzentrierter Mehrfruchtsaft (31,5% Apfel*, 20% Orange*, 5% Mango*, 3,5% Maracuja*, Zitrone), Karottensaft aus Karottensaftkonzentrat, Fruchtsüße (0,1%) *Saftanteil im Getränk

Der Hersteller hat also die zahnfeindlichen Säuren, die bedenklichen Süßstoffe und die überflüssigen Vitamine entfernt sowie die Fruchtanteile erhöht - vorbildlich!

Sie können Ihrem Kind also hin und wieder bedenkenlos einen Frucht-Tiger zu trinken geben und Eckes-Granini als verbraucherfreundlichen bzw. kooperativen Hersteller im Gedächtnis behalten. Dafür können Sie sich in erster Linie bei Abgespeist.de und den zahlreichen Menschen bedanken, die dem Hersteller konsequent ihre Meinung gesagt/gemailt haben!

Ihr Robin Hood

50 Cent und der Candy Shop

Im goldenen Internetzeitalter soll man als Schnäppchenjäger schon für läppische 50 Cent einen LCD-Fernseher oder eine Spiegelreflex-Kamera ersteigern können - glaubt man zumindest der lässigen TV-Werbung für die neuartigen Auktionshäuser Swoopo.de und Dealstreet.de!

Wie funktioniert so eine Auktion? Der Kunde muss im Vorfeld Gebote kaufen (1 Gebot ist 50 Cent wert) und mit jedem abgegebenen Gebot steigt der Auktionspreis eines Artikels um 1 Cent wobei sich die Auktionszeit gleichzeitig um 10 Sekunden verlängert. Wer das letzte Gebot abgibt und damit nicht mehr überboten wurde gewinnt die Auktion, zu bezahlen sind dann der Auktionspreis und ggf. die Versandkosten. In der endgültigen Bilanz des Käufers schlägt sich natürlich noch der Wert aller eigenen abgegebenen Gebote nieder, die er vorher im Paket kaufen musste. Falls der Kunde einen Artikel nicht ersteigern konnte, kann er diesen unter Einbeziehung seiner abgegebenen Gebote (Rabatt) auch später noch "direkt" erwerben.

Soweit so gut, doch nun betreten wir den Candy Shop...

Während im Slogan von Bärenmarke noch auf die (eher weniger vorhandene) Qualität aufmerksam gemacht werden muss, wird bei Swoopo ("Puls rauf, Preis runter") und Dealstreet ("Aufregend günstig") das selbe irreführende Marketing-Spiel mit dem Preis gespielt! Weiterhin wird den Kunden in beiden Slogans suggeriert, dass es auf den Plattformen sehr "emotional" zugeht. Wie ich bereits eingangs im Blog erwähnt habe, ist die Emotionalität ein Feind des smarten Konsumenten und je emotionaler ein Kunde handelt, desto höher sind am Ende die Gewinne des Anbieters...

Die Skepsis wird darüber hinaus auch durch die unglaubliche Penetranz der TV-Werbung auf RTL und Pro7 genährt, d.h. diese Werbezeiten müssen ja auch irgendwie finanziert werden und am Ende wollen die dahinter stehenden Unternehmen zudem noch einen Gewinn einfahren - insbesondere wenn hinter dem eigentlichen jungen Anbieter (Dealstreet gehört z.B. der Upside Shopping GmbH) noch eine der größten europäischen Venture Capital Gesellschaften steckt, die börsennotierte (d.h. gewinnmaximierende) Crédit Agricole Private Equity mit einem Verwaltungskapital von 2,8 Mrd. Euro, davon 400 Mio. im Bereich Venture Capital.

Wie können Swoopo und Dealstreet also trotz der enormen Werbeausgaben signifikante Gewinne abwerfen und den Kunden gleichzeitig Schnäppchen in Aussicht stellen, also eine vermeintliche Win-Win-Situation erzeugen? Irgendwer muss doch die ganzen Lollipops im Candy Shop bezahlen?!

Zur Veranschaulichung des - zugegeben genialen - Geschäftsprinzips schauen wir uns mal eine abgelaufene Auktion bei Swoopo an, z.B. diese hier für ein iPhone 3GS 32GB: Der Auktionsgewinner bezahlte 112,61 Euro für den Artikel und 9,90 Euro für den Versand, darüber hinaus hat er 1392 Gebote abgegeben (ein wenig zu emotional...) die ihn 696 Euro gekostet haben. Insgesamt hat er also 112,61 + 9,90 + 696 = 818,51 Euro für das iPhone bezahlt und ggü. dem angegebenen Direktkauf-Preis von 814,99 Euro noch nicht mal etwas gespart - in zahlreichen Online-Shops ist das Gerät sogar für 750 Euro erhältlich! Im Auktionspreis von 112,61 Euro sind allerdings 11261 Gebote enthalten, die alle einen Wert von 50 Cent haben, d.h. der Anbieter hat mit dem iPhone im Wert von 814,99 Euro einen Umsatz von 5630 Euro generiert, also fast das 7-fache des Direktkaufpreises!

Hier noch ein Beispiel von Dealstreet, diesmal ein Samsung LE-40 B530 Full-HD Fernseher: Der Käufer bezahlte 43,59 (Auktionspreis) + 83,50 (seine 167 Gebote) = 127,09 Euro und hat ggü. dem Direktkaufpreis von 579 Euro (im T-Online Shop für 499 Euro erhältlich!) tatsächlich 451,91 Euro gespart. Der Anbieter hat mit dem Fernseher allerdings einen Umsatz von 4359 * 0,50 = 2179,5 Euro generiert, also immerhin gut das 4-fache des Direktkaufpreises!

Wie Sie sehen ist es dem Anbieter wirklich egal wieviel der Einzelne letztendlich für einen Artikel bezahlt und ob er ein kleines oder großes Schnäppchen macht, denn die anderen dummen Kunden die zuvor mitgeboten haben, haben das "Schnäppchen" bereits mit ihren ins Leere gelaufenen Geboten mehrfach finanziert!

Aus Kundensicht fällt zudem negativ auf, dass man für ein Gebot immer 50 Cent berappen muss - egal wie groß das Paket ist das man vorher kauft. Für 20 Gebote zahlen Sie 10 Euro und falls Sie direkt 500 Gebote kaufen bezahlen Sie 250 Euro - das ist schon eine dreiste Unverschämtheit und kein fairer Kundenumgang! Dass die eigenen Gebote auf den Direktkaufpreis angerechnet werden können ist eine faire Geste, allerdings befinden sich die Direktkaufpreise leider in der Regel 10-30% über denen von günstigen Online-Shops.

Betrachten Sie die Zeilen von 50 Cent also als Warnung lieber nicht in den Candy Shop zu gehen! ;-)

I'll take you to the candy shop
Boy one taste of what I got
I'll have you spending all you got
Keep going 'til you hit the spot

Ihr Robin Hood